Die Komplizenschaft – neue Perspektiven auf Kollektivität

Vor rund 2 Jahren hatte ich schon mal einen Blogbeitrag mit dem Titel Komplizenschaften veröffentlicht und berichtet, wie ich über Gesa Ziemer (Professorin Kulturtheorie und kulturelle Praxis und Vizepräsidentin Forschung an der HafenCity Universität Hamburg) auf das Thema gekommen bin.

In dieser Woche ist nun ihre Buchveröffentlichung hierzu im Transcript-Verlag erschienen auf die ich hier kurz hinweisen möchte.

Komplizenschaften

Occupy, Commons oder andere soziale Experimente zeigen: Neue Kollektivitäten werden allenthalben erfunden und erprobt. Gesa Ziemer bereichert diese Debatte um die Einsicht, dass dabei die Umdeutung alter Formen gemeinschaftlichen Handelns eine wesentliche Rolle spielen kann. Der Blick auf Komplizenschaften in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft legt eine solche Form aktueller Kollektivierung frei.

Komplizenschaft heißt Mittäterschaft: Man hat eine Idee, schmiedet einen Plan und setzt diesen gemeinsam um. So definiert es das Strafrecht. Der Begriff zielt aber längst nicht nur auf illegale kollektive Handlungen ab, sondern auch auf legale – vor allem in innovativen Umgebungen. Gemeinschaftlich handeln Individuen dabei hochgradig affektiv – jedoch nur temporär, verbindlich gemeinsam – aber doch individuell, erfinderisch – und gleichzeitig zielorientiert.

In einer beigelegten DVD präsentieren Personen aus den Bereichen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft ihre Vorstellungen und Praktiken von Komplizenschaft.